SchulQuartierCheck – erste Umfrageergebnisse

Als erste Aktivität des mehrstufig angelegten Projekts SchulQuartierCheck haben wir im 3. und 4. Quartal 2025 eine Online-Umfrage zur Wahrnehmung des Verkehrs im Schulumfeld durchgeführt. Rund 60 Personen haben daran teilgenommen. In dieser Erhebungsphase haben wir bewusst überwiegend Eltern und Angehörige schulpflichtiger Kinder adressiert.
Daher können die Rückmeldungen weiterer Teilnehmergruppen wie Anwohner:innen, Passant:innen und Lehrkräfte noch nicht belastbar ausgewertet werden. Die folgenden Diagramme zeigen die Ergebnisse dieser ersten Phase.

Die Antworten der Teilnehmenden sind schon jetzt eine wichtige Grundlage für die Planung der nächsten Projektschritte, insbesondere für weitere Befragungen, die Auswahl geeigneter Pilot-Quartiere und Messpunkte sowie den interaktiven Austausch mit Interessengruppen und Akteur:innen vor Ort.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Torten-Diagramm zeigt die Verteilung der Teilnehmenden nach Gruppen in der ersten Phase der Umfrage zum Projekt SchulQuartierCheck.
Da in dieser Phase v.a. Eltern und Angehörige von schulpflichtigen Kindern angesprochen wurden, haben diese mit 74 % den größten Anteil. Es folgen die Anwohnenden im Schulumfeld mit 17%, die regelmäßigen Passant:innen mit 7% und die Lehrkräfte oder Mitarbeitenden einer Schule mit 2 %.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Balken-Diagramm zeigt, wie viel Prozent der befragten Personen aller Teilnehmergruppen zu Schulbeginn und Schulende einen Unterschied im Verkehrsaufkommen wahrnehmen.
Mit 83 % gibt die deutliche Mehrheit der Befragten an, zu Schulbeginn oder -ende ein erhöhtes oder verändertes Verkehrsaufkommen wahrzunehmen. Weitere 4 % beobachten dies manchmal. Nur 13 % nehmen keinen Unterschied wahr. Das Ergebnis stützt damit die Grundannahme des BVSC, dass Schulquartiere zu bestimmten Tageszeiten besonderen Verkehrsbelastungen ausgesetzt sind.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Balken-Diagramm beantwortet die Frage, woran die befragten Personen aller Teilnehmergruppen den Unterschied im Verkehrsaufkommen zu Schulbeginn oder -ende festmachen. Bei der Beantwortung war eine Mehrfachauswahl von Faktoren möglich.
Es wird deutlich, dass „Verstopfung der Straße/Stau“ mit 38 Nennungen, „zugeparkte Anwohnerparkplätze“ mit 22 Nennungen und „Lärm durch bremsenden oder anfahrende Fahrzeuge“ mit 19 Nennungen, die Hauptstörfaktoren für die Befragten darstellen.
Hervorzuheben sind auch die Freitextangaben unter „Sonstige“ wie z.B. gefährliche Situationen für zu Fuß gehende und Rad fahrende Kinder, regelwidriges Halten auf Gehwegen, unzureichende Rücksichtnahme und die Missachtung von Tempo 30.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Balken-Diagramm zeigt, wie die Kinder der befragten Eltern und Angehörigen schulpflichtiger Kinder überwiegend zur Schule kommen.
Auch bei dieser Frage war eine Mehrfachauswahl möglich. Im Ergebnis kommen die Kinder der befragten Personen überwiegend mit dem Fahrrad (22 Nennungen) oder zu Fuß (17 Nennungen) zur Schule.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Torten-Diagramm zeigt, wie viele der befragten Eltern und Angehörigen schulpflichtiger Kinder ihr Kind bzw. ihre Kinder üblicherweise zur Schule begleiten.
46 % der Eltern und Angehörigen geben an, ihr Kind bzw. ihre Kinder üblicherweise zur Schule zu begleiten. Ebenfalls 46 % geben an, dies üblicherweise nicht zu tun. 8 % haben keine Antwort gegeben.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Torten-Diagramm zeigt, dass nur ein sehr geringer Anteil der befragten Eltern/Angehörigen die Kinder mit dem Auto zur Schule bringt (täglich, manchmal, selten). 61% gaben an, das Auto nie zu nutzen.
Die für die Autonutzung genannten Gründe sind vielfältig. Sie reichen von als gefährlich wahrgenommenen Schulwegen (starker Verkehr und Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmender) über weite Wege, fehlende Radfahrpraxis oder das junge Alter der Kinder bis hin zu Zeitersparnis, unzureichender Schulbus- oder ÖPNV-Anbindung, gesundheitlichen Gründen sowie einzelnen Hinweisen auf Bequemlichkeit, kürzere Fahrzeiten oder den Wunsch, sicherzugehen, dass das Kind tatsächlich in der Schule ankommt.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Torten-Diagramm zeigt, wie hoch Eltern und Angehörige schulpflichtiger Kinder insgesamt den Anteil der Kinder einschätzen, die an der Schule ihres Kindes mit dem Auto gebracht werden.
Die Mehrheit (38 %) der befragten Eltern und Angehörigen schätzt den Anteil der mit dem Auto gebrachten Kinder gering bis mittel ein (25 – 50%), gefolgt von 36 % der befragten Eltern/Angehörigen, die den Anteil der mit dem Auto gebrachten Kinder als eher gering einschätzen.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Torten-Diagramm zeigt, wieviele der Befragten sich durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Schulumfeld gestört, beeinträchtigt oder gefährdet fühlen. Diese Frage wurde wieder allen befragten Personengruppen gestellt (Eltern und Angehörige schulpflichtiger Kinder, Anwohnende, regelmäßigen Passant:innen, Lehrkräfte/Schul-Mitarbeitende).
Der überwiegende Teil der Befragten (77 %) geben an, sich durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Schulumfeld gestört, beeinträchtigt oder gefährdet zu fühlen. 23 % verneinen dies.
Hinweis: Die Frage fasst bewusst mehrere Dimensionen zusammen: Störung, Beeinträchtigung und Gefährdung. Das Ergebnis gibt daher keine Auskunft darüber, ob die Befragten sich vor allem auf Lärm, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, gefährliche Verkehrssituationen oder eine allgemeine Belastung beziehen.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Balken-Diagramm zeigt, wodurch sich die Befragten (alle Gruppen: Eltern und Angehörige schulpflichtiger Kinder, Anwohnende, regelmäßigen Passant:innen, Lehrkräfte/Schul-Mitarbeitende) konkret gestört, beeinträchtigt oder gefährdet fühlen, wenn sie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen als problematisch wahrnehmen. Hier war eine Mehrfachauswahl möglich.
Führend ist der Störfaktor „Riskante Manöver“ mit 42 Nennungen, gefolgt von „Autofahrer:innen“ mit 34 Nennungen, „Unberechenbares Verhalten“ mit 33 Nennungen und „Parkende Fahrzeuge“ mit 32 Nennungen.

Umfrage BVSC-Projekt SchulQuartierCheck – Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld durch smarte Technologie und Ihre Beteiligung (www.schulquartiercheck.de)

Das Torten-Diagramm zeigt, wie viele der Befragten sich in ihrer Stadt oder Gemeinde ehrenamtlich für lebenswerte Schul-Quartiere engagieren würden. Diese Frage wurde allen befragten Personengruppen gestellt (Eltern und Angehörige schulpflichtiger Kinder, Anwohnende, regelmäßigen Passant:innen, Lehrkräfte/Schul-Mitarbeitende).
38 % der Befragten geben an, dass sie sich ehrenamtlich engagieren würden. 56 % antworteten mit „vielleicht“. Nur 6 % schließen ein solches Engagement aus. Viele Befragte scheinen also grundsätzlich offen für ein Engagement zu sein.

Fazit

Die Umfrage zur Verkehrssituation in Schulquartieren bestätigt: Die zyklische Zunahme des Auto-Verkehrs im Schulumfeld wird von der Mehrheit der Befragten sehr deutlich als störend oder sogar gefährlich empfunden.

Sie zeigt auch, dass viele der befragten Eltern/Angehörigen, ihre Kinder zwar zur Schule begleiten. Dabei sind die Fortbewegungsmittel jedoch sehr unterschiedlich z.B. das Auto, das Fahrrad oder zu Fuß, wobei das Auto nur von einem sehr geringen Anteil genutzt wird.
Der Gesamtanteil der Eltern/Angehörigen, die das Auto nutzen, wird aber von den Teilnehmenden in einem Bereich von < 25 % bis 50 % eingeschätzt.

Die Gründe, Kinder zur Schule zu begleiten, können dabei sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von Sicherheitsbedenken, Länge des Schulwegs bis hin zu organisatorischen Aspekten.

Die Umfrage hat uns wertvolle Einblicke in die Wahrnehmungen und Bedenken der Teilnehmenden gegeben. Darauf aufbauend möchten wir nun:

  • diese Einschätzungen gegen sensor-basierte Messwerte spiegeln;
  • in einen offenen Dialog mit den betroffenen Gruppen treten, um gemeinsam kreativ nach digitalen und anderen Lösungen zu suchen, die helfen, Sicherheitsbedenken auszuräumen und Probleme im Sinne einer Smart City zu lösen.

Der BVSC bedankt sich herzlich bei allen Personen, die sich Zeit für die Teilnahme an der Umfrage genommen haben. Ihre Rückmeldungen sind sehr wertvoll für die Planung der nächsten Schritte. Besonders erfreulich ist, dass viele Befragte bereit sind, sich ehrenamtlich für eine Verbesserung der Verkehrssituation einzusetzen.

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