DICE: Wie ein deutsches Innovationscluster die europäische Built4People-Agenda mit digitalem Planen, Bauen und Betrieb smarter Gebäude verbindet

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Shared Space in Barcelona with Families celebrating children's birthday using urban furniture on the street. Photo: Mirko de Paoli; Bundesverband Smart City e.V. (a.k.a. German Smart City Association a.k.a. BVSC) follow us: #BVSCnet

Shared Space in Barcelona, wo Familien in einem Wohngebiet Stadtmobiliar nutzen, um einen Kindergeburtstag auf der Straße zu feiern. Photo: Mirko de Paoli

Der Bundesverband Smart City wirkt an DICE mit – dem Digital Innovation Cluster for the Built Environment und ersten deutschen Built4People-Innovationscluster.

Europa richtet den Blick zunehmend auf die gebaute Umwelt: Gebäude, Quartiere, Infrastrukturen und öffentliche Räume sind nicht nur Kulisse des Alltags, sondern entscheidende Hebel für Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Gesundheit, Lebensqualität und wirtschaftliche Transformation. Nach Angaben der Europäischen Kommission entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs in der EU auf Gebäude; zugleich wurden 85 Prozent der Gebäude vor dem Jahr 2000 errichtet und 75 Prozent weisen eine schlechte energetische Performance auf [1]. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, wie wir planen, bauen, sanieren, betreiben und digital steuern, längst zu einer Kernfrage der europäischen Transformationspolitik geworden.

Mit Built4People, kurz B4P, hat die Europäische Union dafür einen strategischen Forschungs- und Innovationsrahmen geschaffen: eine co-programmierte Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP/PPP) im Rahmen von Cluster 5 („Klima, Energie und Mobilität“) des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europe, die die gesamte Wertschöpfungskette der gebauten Umwelt zusammenbringen und den Übergang zu einer menschenzentrierten, klimaneutralen, nachhaltigen und smarten gebauten Umwelt beschleunigen soll [2][3][4][5]. DICE – das Digital Innovation Cluster for the Built Environment – überträgt diese europäische Agenda nun in ein deutsches Innovationsökosystem für digitales Planen und Bauen sowie den smarten Betrieb von Gebäuden. Der Bundesverband Smart City e.V. (BVSC) ist Teil der strategischen Kerngruppe dieses neuen Clusters und bringt dabei insbesondere die Perspektive der digitalen Zivilgesellschaft, der Smart-City-Transformation und gemeinwohlorientierter Daten- und Technologieanwendungen ein.
Nachfolgend ordnen wir das Planen und Bauen der AEC-Industrie zu (Architecture, Engineering, Construction), also Entwurf, Planung, Entwicklung, Simulation und Realisierung von Gebäuden und Quartieren – etwa durch Building Information Modeling (BIM), digitale Gebäudedaten, Simulationswerkzeuge und digitale Zwillinge (Digital-Twin). Betrieb und Wirkung von Gebäuden nach deren Fertigstellung ordnen wir dem Smart Building zu, also Nutzung, Monitoring, Energie- und Komfortperformance sowie die Einbindung von Gebäuden in urbane Systeme – etwa durch Sensorik, dem Internet der Dinge (IoT), Gebäudeautomation, Smart-Building-Anwendungen wie Computer-Aided Facility Management (CAFM), urbane Datenräume und intelligente Infrastrukturen.

Warum die gebaute Umwelt europäische Innovationspolitik braucht

Die Herausforderung ist strukturell: Die gebaute Umwelt verbindet Digitalisierung, Energie, Materialien, Mobilität, Infrastrukturen, Immobilienwirtschaft, Stadtentwicklung, Gesundheit und Alltagsverhalten. Deshalb lassen sich die großen Ziele der europäischen Klima- und Nachhaltigkeitspolitik nicht allein durch einzelne technische Verbesserungen erreichen. Die Strategic Research & Innovation Agenda 2021-2027 (SRIA) der Built4People-Partnerschaft beschreibt drei zentrale Innovationshemmnisse: fehlende ganzheitliche Innovation mit systemischem Ansatz und Lebenszyklusperspektive, den hohen Kohlenstoff- und Umweltfußabdruck der gebauten Umwelt und des Bauwesens sowie eine zu geringe Aufnahmefähigkeit des Sektors für Innovationen und dauerhafte Veränderung [7].

Built4People reagiert darauf mit einer Interventionslogik, die nicht bei einzelnen Lösungen stehen bleibt. Die Partnerschaft will wissenschaftlich ganzheitliche Innovation erzeugen, wirtschaftlich den Sektor durch Dekarbonisierung und Nachhaltigkeitstransformation revitalisieren und gesellschaftlich dauerhafte Verhaltensänderungen in Richtung nachhaltiges Leben ermöglichen [7]. Diese drei allgemeinen Ziele werden in sieben spezifische Ziele übersetzt: ganzheitliche systemische Lösungen, Lebenszyklus-Performance, saubere Energiewende, Dekarbonisierungspfade, zirkuläre Geschäfts- und Wertschöpfungsmodelle, Bezahlbarkeit und Kostenwirksamkeit sowie die Vermeidung von Zielkonflikten bei Wirtschaftlichkeit, Wohlbefinden, Gesundheit, Funktionalität und kulturellem Erbe [7].

Damit gehen die Built4People-Innovationscluster (B4PIC), die im Folgenden näher erläutert werden, als soziotechnische Ökosysteme bewusst über eine enge Gebäudetechnik- oder Energieeffizienzlogik hinaus. Gemeint ist die gebaute Umwelt in einem breiten Sinn: Gebäude und Wohnungsbestände, aber auch Energie-, Wasser-, Verkehrs- und weitere Infrastrukturen wie z.B. Hochwasserschutz, sowie Quartiere und öffentliche Räume [7][8]. Das ist für die Smart-City-Debatte zentral, weil Smart Buildings und intelligente Infrastrukturen erst dann ihren eigentlichen Mehrwert entfalten, wenn sie im Zusammenhang von Stadt, Quartier, Betrieb und Nutzung gedacht werden.

Built4People: Partnerschaft, Programm und europäischer Transformationsrahmen

Built4People wurde 2021 als europäische Partnerschaft unter Horizon Europe aufgesetzt und läuft über den Zeitraum 2021 bis 2027 [2][3]. Sie umfasst 42 geförderte Projekte mit 639 beteiligten Organisationen und ein Förderbudget von ca. 380 Millionen Euro, die über den siebenjährigen Zeitraum in Innovationen im Sektor fließen und durch entsprechende private Investitionen gespiegelt werden sollen [2][3].

Der Horizon-Europe-Rahmen ist dabei wichtig: Die „Co-programmed partnerships“ beruhen nach Darstellung der Europäischen Kommission auf gemeinsamer Programmierung von Forschungs- und Innovationsaktivitäten und der Mobilisierung zusätzlicher Aktivitäten durch Partner im Einklang mit den Zielen der Partnerschaft; Grundlage ist ein Memorandum of Understanding, das die EU-Kommission mit Industrieverbänden unterzeichnet, während die EU-Beiträge über Horizon-Europe-Arbeitsprogrammaufrufe umgesetzt werden [4]. Bei Built4People sind die Europäische Kommission sowie die European Construction Technology Platform (ECTP) und das World Green Building Council (WorldGBC) zentrale Partner jenes Memorandum of Understanding [9].

Inhaltlich steht Built4People in direktem Zusammenhang mit zentralen europäischen Politiken: European Green Deal, Renovation Wave, Energy Performance of Buildings Directive (EPBD), Fit for 55 und New European Bauhaus (NEB) werden in den relevanten Built4People-Dokumenten als Bezugsrahmen genannt [1][3][7]. Das Horizon Europe Cluster 5 verfolgt übergreifend das Ziel, den Klimawandel zu bekämpfen und Energie- und Verkehrssektoren klimafreundlicher, effizienter, wettbewerbsfähiger, smarter, sicherer und resilienter zu machen [5]. Built4People übersetzt diesen Rahmen in die gebaute Umwelt und deren Wertschöpfungsketten.

Menschen-zentriert, klimaneutral, nachhaltig, smart

Der programmatische Kern von Built4People wird in vier Begriffen gebündelt: „people-centric, climate-neutral, sustainable and smart“. Das WorldGBC beschreibt so das Ziel der Partnerschaft als Katalyse des Übergangs zu einer menschenzentrierten, klimaneutralen, nachhaltigen und smarten gebauten Umwelt [3]. Diese Reihenfolge ist nicht zufällig: Smartness ist nicht Selbstzweck, sondern muss auf menschlichen Nutzen, ökologische Grenzen, Gesundheit, Wohlbefinden, soziale Inklusion und wirtschaftliche Tragfähigkeit bezogen werden.

Das New European Bauhaus verstärkt diesen normativen Rahmen. Die Europäische Kommission beschreibt das NEB als Politik- und Förderinitiative, die den sauberen Wandel in gebauten Umgebungen und darüber hinaus attraktiv, bezahlbar und zugänglich machen soll; Lösungen sollen nachhaltig, inklusiv und schön sein und die Vielfalt von Orten, Traditionen und Kulturen respektieren [10]. Für Built4People ist das mehr als ein ästhetischer Zusatz. Die „B4P InnovationCluster Charter“ (B4PIC-Charta) verbindet die Innovationscluster ausdrücklich mit dem New European Bauhaus und beschreibt die Charta als Erklärung und Verpflichtung der Cluster, gemeinsam zum Erreichen der Built4People-Ziele und erwarteten Wirkungen beizutragen [8].

Für den BVSC ist genau diese Verbindung strategisch bedeutsam: Die Smart City wird hier nicht als technokratisches Steuerungsmodell verstanden, sondern als Gestaltungsaufgabe einer nachhaltigen, demokratischen und lernfähigen Stadt. Digitale Planung und Smart Buildings können dazu beitragen, Klimaschutz, Ressourcenschonung, Gesundheit, Resilienz und Teilhabe operationalisierbar zu machen. Entscheidend ist aber, dass diese Technologien in offene, nachvollziehbare und gemeinwohlorientierte Prozesse eingebettet werden [7][10].

B4PIC: Innovationscluster als Brücke zwischen europäischer Strategie und regionaler Praxis

Damit die Built4People-Agenda nicht abstrakt bleibt, setzt die Partnerschaft auf „Built4People Innovation Cluster“, kurz B4PIC. Die B4PIC-Charta definiert ein Innovationscluster als lokales oder regionales soziotechnisches Ökosystem, das Akteure der gebauten Umwelt zusammenbringt und Kapital, implizites Wissen, Expertise und Talente bündelt, damit Innovationen entwickelt, demonstriert und in den Markt bzw. in die praktische Anwendung überführt werden können [8].

Die Charta ist zugleich Erklärung und Verpflichtung: B4PICs sollen gemeinsam im Netzwerk arbeiten, die Built4People-Ziele unterstützen und die NEB-Werte und Arbeitsprinzipien nutzen [8]. Die NEBULA-Initiative hatte nach Darstellung der Charta die Aufgabe, ein Netzwerk solcher Innovationscluster aufzubauen und zu unterstützen; die Unterstützung umfasste unter anderem Innovationsökosysteme auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, offene Innovation, Zugang zu Business- und Finance-Helpdesks sowie Matchmaking- und Promotion-Formate [8]. Das Netzwerk soll über das STAR*track-Projekt weiter ausgebaut und gestärkt werden [11].

Aus europäischer Perspektive sind B4PICs damit ein Übersetzungsmechanismus: Strategische Forschungs- und Innovationsziele werden in regionale Netzwerke, Testumgebungen, Pilotierungen, Living Labs, Förderprojekte, Unternehmenskooperationen und Verwaltungsprozesse übertragen. Built4People selbst beschreibt die B4PICs als Gruppen innovationsgetriebener Akteure der gebauten Umwelt, die in einem Entwicklungs- und Reifeprozess ihre geografische Reichweite, sektorübergreifende Zusammenarbeit und multidisziplinäre Expertise ausbauen sollen [11][12]. Genau diese Logik passt zu DICE, weil digitales Planen, Bauen und der smarte Betrieb systemisch nur dann wirksam werden, wenn Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

DICE: Digitales Planen und Bauen als deutscher Built4People-Beitrag

Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Präsident der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und Prof. Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig, Professur Digital City Science an der HCU, am 26. Mai 2026 bei der Unterzeichnung der B4PIC-Charta in Brüssel

Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Präsident der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und Prof. Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig, Professur Digital City Science an der HCU, am 26. Mai 2026 bei der Unterzeichnung der B4PIC-Charta in Brüssel

Die HafenCity Universität Hamburg (HCU) beschreibt DICE als neues Innovationsnetzwerk für digitales Planen und Bauen, das die komplette Wertschöpfungskette zusammenbringt: von akademischer Forschung über unternehmerische Innovation und industrielle bzw. kommerzielle Anwendung bis hin zur öffentlichen Verwaltung [13]. Built4People führt DICE als „Digital Innovation Cluster for the Built Environment – Germany“ unter den B4P Innovation Clusters [11][12]. Am 26. Mai 2026 hat der Präsident der HCU, die Koordinatorin des Innovationsnetzwerks DICE ist, die B4PIC-Charta und die individuelle Roadmap für DICE in Brüssel feierlich signiert; DICE wird damit als erstes deutsches Cluster des Built4People-Netzwerks positioniert.

Der inhaltliche Fokus von DICE ist hoch anschlussfähig an die Built4People-Agenda. DICE soll die Wertschöpfungskette im digitalen Planen und Bauen befördern, insbesondere für Smart Buildings und Smart Cities mit einer datenbasierten Perspektive auf die physische gebaute Umgebung. Datengetriebenes Design und Engineering, Wireless Infrastructures und digitale Planungstools sind Elemente des Clusters mit dem Anspruch, ein Hamburg-basiertes High-Impact-Cluster aufzubauen, das die digitale Dimension mit der physischen gebauten Umwelt verbindet.

Das DICE-Cluster unterstützt seine Mitglieder bei Projektentwicklung und EU-Förderanträgen und bietet Zugang zu Testbeds, Living Labs und Digital-Twin-Infrastruktur, eine digitale Kollaborationsplattform für Open Science und Open Innovation sowie strategische Vernetzung zwischen Akademia, Verwaltung, Industrie und Zivilgesellschaft [6]. Damit adressiert DICE genau die Lücke, die Built4People in seiner SRIA identifiziert: Die Transformation der gebauten Umwelt braucht nicht nur neue Technologien, sondern bessere Integration, verlässliche Daten, qualifizierte Akteure, geeignete Geschäftsmodelle, Demonstration in realen Kontexten und Brücken zwischen Forschung, Markt und Anwendung [6][7].

Die Rolle des BVSC: digitale Zivilgesellschaft in der gebauten Umwelt

Der BVSC ist einer von vier Akteuren der strategischen Kerngruppe von DICE und wirkt gemeinsam mit der federführenden Professur Digital City Science an der HafenCity Universität Hamburg sowie weiteren Partnern im Kernteam an der Etablierung des Clusters mit. Für den Verband ist diese Rolle folgerichtig: Smart-City-Transformation endet nicht an der kommunalen IT, sondern beginnt dort, wo Daten, Gebäude, Quartiere, Mobilität, Energie, Gesundheit, Umwelt und gesellschaftliche Teilhabe zusammenkommen.

Die Digital City Science der HCU beschreibt ihre Arbeit als Erforschung urbaner Komplexität mit digitalen Technologien; das Team entwickelt datenbasierte Werkzeuge und Methoden für die Analyse und integrierte Planung urbaner Systeme und arbeitet mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen [14]. Diese Ausrichtung passt zur BVSC-Perspektive, weil digitale Stadtentwicklung nicht nur als Technologie-Implementierung, sondern als inter- und transdisziplinärer Lern- und Aushandlungsprozess verstanden werden muss.

In DICE kann der BVSC dazu beitragen, dass digitale Innovationen bei Planung und Realisierung sowie dem Betrieb von Gebäuden stärker aus einer gemeinwohlorientierten Smart-City-Perspektive diskutiert werden: Welche Daten werden erhoben? Wer kann sie nutzen? Wie werden Gebäudedaten, Quartiersdaten und urbane Datenräume interoperabel, nachvollziehbar und anschlussfähig an öffentliche Interessen? Wie lassen sich Smart Buildings nicht isoliert, sondern als Bausteine gesunder, resilienter, klimafreundlicher und sozial inklusiver Quartiere denken? Und wie kann Zivilgesellschaft so eingebunden werden, dass sie nicht nur Adressatin von Innovationen ist, sondern deren Ziele, Qualitätsmaßstäbe und Anwendungskontexte mitprägt? Diese Fragen schließen unmittelbar an die Built4People-Logik einer menschenzentrierten, nachhaltigen und smarten gebauten Umwelt an [3][7][10].

Wertschöpfung, Wirkung und Skalierung

DICE setzt auf die Kopplung verschiedener Wertschöpfungsketten durch verbindende digitale Prozesse. Dazu gehören Forschung und Entwicklung, Testen und Pilotieren, Planen, Entwerfen und Engineering, Bauen und Betreiben sowie Verwaltung und Politik. Dieser Ansatz entspricht der Built4People-Perspektive, weil B4P die gebaute Umwelt ausdrücklich als sektorübergreifendes Innovationsfeld versteht, in dem Lösungen aus Forschung und Entwicklung in reale Märkte, Anwendungen, Infrastrukturen und Lebenswelten übertragen werden müssen [7][8].

Die erwarteten Vorteile liegen auf mehreren Ebenen. Für das regionale Innovationsökosystem kann DICE helfen, konkrete Bedarfe und Probleme zu adressieren, Wertschöpfungsketten zu integrieren, lokale und regionale Wirtschaftsförderung mit europäischen Zielen zu verbinden und neue Kooperations- und Förderprojekte vorzubereiten [6]. Für einzelne Beteiligte entstehen Zugänge zu relevanten Kontakten, europäischen Netzwerken, Testfeldern, Living Labs, Digital-Twin-Infrastrukturen sowie zu Innovations- und Förderprozessen im Built4People- und Horizon-Europe-Umfeld [6].

Damit ist DICE nicht nur ein weiteres Netzwerk, sondern ein Instrument zur Skalierung. Built4People beschreibt seine Aktivitäten unter anderem als Umsetzung der SRIA, als Brücke zwischen Forschung und Markt und als Single Entry Point für Innovationstransfer in die gebaute Umwelt [7]. DICE kann diese Funktionen auf deutscher Ebene konkretisieren: durch Projektentwicklung, Pilotierung, Datennutzung, Technologietransfer, gemeinsame strategische Agenden und die Einbindung unterschiedlicher Akteursgruppen im Sinne einer Quadruple-Helix-Perspektive aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.

Ausblick: Von der digitalen Bauinnovation zur gemeinwohlorientierten Smart City

Die eigentliche Bedeutung von DICE liegt darin, dass das Cluster zwei bislang oft getrennte Diskurse zusammenführt: die Digitalisierung des Planens und Bauens einerseits und die gemeinwohlorientierte Smart-City-Transformation andererseits. Built4People liefert dafür den europäischen Rahmen, das New European Bauhaus den normativen Wertekompass und DICE die (vorerst) regionale Umsetzungsstruktur in Deutschland [3][8][10][13].

Für den BVSC eröffnet sich damit ein Arbeitsfeld, in dem Digitale Souveränität, Nachhaltigkeit, Bürgerorientierung, Datenkompetenz, Open Innovation und reale Bau- und Betriebsprozesse zusammengeführt werden können. Wenn Smart Buildings und urbane Datenräume nicht isoliert, sondern als Bausteine lebenswerter, gesunder, klimaneutraler und demokratisch gestalteter Städte und Quartiere verstanden werden, entsteht genau jener Mehrwert, den eine menschenzentrierte Smart City erbringen sollte.

DICE kann deshalb zu einem wichtigen deutschen Beitrag zur Built4People-Partnerschaft werden: als Cluster für digitales Planen und Bauen sowie smarten Betrieb, als Brücke zwischen Forschung und Anwendung, als Plattform für neue Förder- und Innovationsprojekte und als Raum, in dem Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam an der Zukunft der gebauten Umwelt arbeiten. Für den BVSC ist die Mitwirkung an DICE damit ein konsequenter Schritt: Die nachhaltige Smart City beginnt nicht erst bei Apps und Dashboards, sondern bei der Frage, wie wir unsere Gebäude, Quartiere und Infrastrukturen so planen, bauen, betreiben und weiterentwickeln, dass sie Menschen, Gesellschaft und Umwelt dienen [3][7][10].

Quellen:

[1] European Commission: Energy Performance of Buildings Directive. European Commission. https://energy.ec.europa.eu/topics/energy-efficiency/energy-performance-buildings/energy-performance-buildings-directive_en
[2] Built4People: Startseite / Key Statistics. Built4People. https://built4people.eu/
[3] World Green Building Council Europe: Built4People. WorldGBC Europe. https://worldgbc.org/europe/built4people/
[4] European Commission: European Partnerships in Horizon Europe. European Commission. https://research-and-innovation.ec.europa.eu/funding/funding-opportunities/funding-programmes-and-open-calls/horizon-europe/european-partnerships-horizon-europe_en
[5] European Commission: Horizon Europe Cluster 5 – Climate, Energy and Mobility. European Commission. https://research-and-innovation.ec.europa.eu/funding/funding-opportunities/funding-programmes-and-open-calls/horizon-europe/cluster-5-climate-energy-and-mobility_en
[6] Digital Innovation Cluster for the Built Environment (DICE). https://dice.dcs.hcu-hamburg.de/
[7] Built4People Partnership Strategic Research & Innovation Agenda 2021-2027. European Commission / Built4People. https://research-and-innovation.ec.europa.eu/document/download/9218d132-78c8-4461-82e6-0d3ab044fbba_en?filename=ec_rtd_he-partnerships-built4people-agenda.pdf
[8] B4P Innovation Cluster Charter. Built4People / NEBULA. https://built4people.eu/wp-content/uploads/2024/12/D1.2_B4PIC_Charter.pdf
[9] Memorandum of Understanding for the Co-programmed European Partnership for People-centric Sustainable Built Environment (Built4People). European Commission / ECTP / WorldGBC. https://built4people.eu/wp-content/uploads/2023/10/Built4People-partnership-signed-MoU-1.pdf
[10] New European Bauhaus: beautiful, sustainable, together. European Commission. https://new-european-bauhaus.europa.eu/index_en
[11] 16 new Prospective clusters join the B4PIC Network. Built4People. https://built4people.eu/16-new-prospective-clusters-join-the-b4pic-network/
[12] B4PIC Network. Built4People. https://built4people.eu/b4pic_network/
[13] Built4People – Startschuss zum Innovationscluster. HafenCity Universität Hamburg. https://www.hcu-hamburg.de/en/universitaet/veranstaltungskalender/veranstaltungsdetail/event/built4people-startschuss-zum-innovationscluster
[14] Digital City Science Blog: Exploring Urban Systems. Digital City Science / HCU Hamburg. https://digital-city-science.de/

Alle Blog-Beiträge unter AKTUELLES sowie Foren-Beiträge und Kommentare geben die persönliche Meinung des/der jeweiligen Autors/Autor:in wieder und nicht zwangsläufig die des Bundesverband Smart City e.V. und/oder dessen Vorstands und/oder aller seiner Mitglieder.

 

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Über Mirko de Paoli

Mirko de Paoli hat in über 25 Jahren als IT-Dienstleister u.a. Infrastruktur-Projekte für mittelständische Unternehmen begleitet, Enterprise-Webseiten, Software für die Luftfahrtindustrie sowie Softwareprodukte für Krankenhäuser und Kommunikationsunternehmen entwickelt, IoT-Projekte geleitet und als Repräsentant verschiedene Institutionen in der Öffentlichkeit vertreten. Seit vielen Jahren engagiert er sich privat und als Unternehmer ehrenamtlich für diverse gemeinnützige NGOs, wodurch er einen tiefen Einblick in deren Arbeitsweisen und Prozesse hat. Er ist seit 2016 als Mitglied des Bundesverband Smart City e.V. und seit Februar 2020 als dessen Vorstandsvorsitzender bestrebt, den technischen Fortschritt im Sinne einer nachhaltigen und somit zukunftsfähigen Entwicklung mitzugestalten, die maßgeblich die Zivilgesellschaft einbezieht und sich an den wirklichen Bedürfnissen der Menschen orientiert. (LinkedIn ->)

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