Eindrücke aus Singapur: Ein Blick in die Zukunft urbaner Infrastruktur
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Photo: Christopher Liebau, Gründer und Geschäftsführer der Plances GmbH, Mitglied im BVSC
Als Vertreter der Plances GmbH hatte ich die große Freude, an der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie organisierten Innovationsdelegation nach Singapur teilzunehmen, deren Partner der Bundesverband Smart City war. Eine Woche, zehn Termine, unzählige Gespräche und ein Blick auf eine Stadt, der mich ehrlich gesagt tief beeindruckt und meinen Blick auf urbane Entwicklung dauerhaft verändert hat.
Singapur ist nicht einfach ein bisschen weiter als Europa. Die Stadt ist drei bis fünf Jahre voraus und setzt um, während wir noch diskutieren. Diese Radikalität, mit der dort Ideen konsequent und schnell in die Realität überführt werden, ist kaum zu beschreiben. Man muss es gesehen haben. Es ist kein schrittweises Ausprobieren, kein Pilotprojekt im Verborgenen. Es ist ein gesellschaftlicher und institutioneller Grundsatz, dass Lösungen, die funktionieren, sofort skaliert werden.
Besonders beeindruckend war, dass Begrünung dort keine ökologische Randnotiz ist, sondern aktiv als Lösung begriffen und fest in die Stadtplanung integriert wird. Grünflächen, begrünte Fassaden, urban farming auf Dächern: das sind in Singapur keine Ausnahmen, sondern Teil des Stadtbilds und des politischen Selbstverständnisses. Für jemanden, der sich täglich mit urbaner Infrastruktur beschäftigt, war das ein nahezu unwirklicher Anblick.
Durch die Termine vor Ort haben wir einen echten Blick hinter die Kulissen bekommen, in Institutionen und Organisationen, die man von außen zwar kennt, deren Arbeitsweise und Denkweise man aber erst durch persönliche Gespräche wirklich versteht. Was dabei am meisten fasziniert hat, war zu verstehen, wie das Gesamtbild einer smarten Stadt dort zusammengesetzt wird. Es beginnt mit dem konsequenten Aufbau durchdachter digitaler Datenstrukturen und offener Plattformen, in die dann hochspezialisierte IoT-Lösungen aus den unterschiedlichsten Bereichen eingebunden werden. Mobilität, Energie, Wasser, Grünflächen: nicht als Insellösungen, sondern als zusammenhängendes, aufeinander abgestimmtes System. Das Ergebnis ist keine Sammlung smarter Einzelprojekte, sondern tatsächlich eine smarte Stadt als Ganzes.
Was bleibt, ist ein Gefühl von Aufbruch und die feste Überzeugung, dass wir als Verband gut beraten sind, Singapur stärker in den Blick zu nehmen. Nicht als unerreichbares Vorbild, sondern als eine Art Oszilloskop für den europäischen Markt: ein Ort, an dem sichtbar wird, welche Anforderungen, Strukturen und Lösungen sich in wenigen Jahren auch hierzulande durchsetzen werden. Ich freue mich sehr, diese Perspektive in den Verband einzubringen, und bin gespannt auf den Austausch darüber, welche Schlüsse wir gemeinsam daraus ziehen können.
Christopher Liebau, Gründer und Geschäftsführer der Plances GmbH
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